Finale der LSV-Tête-à-Tête-Meisterschaft 2012
Am 18.08.2012 um 20.48 Uhr, war es endlich soweit:

Mit Legerqualitäten, die an diesem heißen Sommerabend seines Gleichen suchten, stand bereits im Viertelfinale fest, dass Gunters Ziel nur die Tête-Meisterschaft 2012 sein wird.
Das Augenmerk des Publikums, der bis dahin nicht voll besuchten Boule-Arena, konzentrierte sich allerdings nicht ausschließlich auf Gunters Spiel. Auch auf den anderen Plätzen waren die vermeintlichen Favoriten am Wirbeln.
Die Viertelfinalspiele endeten dann mit den Siegern Holger, Michael, Gunter und Gabi.

Jetzt füllte sich die Boule-Arena unter der langsam orangefärbenden Sonne mit jetzt schon angenehmer werdenden Temperaturen. Noch war sich das Fachpublikum einig: Holger war nach seinem souveränen Viertelfinalsieg klarer Favorit.
Von Gunters Ambitionen hatten bis dahin nicht alle Notiz genommen, was sich spätestens jetzt im Halbfinale ändern sollte: Gunter gegen Holger.

Auch das 2te Halbfinale sollte spannend werden. Gabi, mit ihren Biberons als eine der besten Legerinnen bekannt, traf auf Michael. An guten Tagen sind Michaels Assommers gefürchtet. Wird er einen solchen Tag haben?

Ach ja, noch die Erklärungen für Biberon und Assomme:
Biberon ist im Grunde genommen ganz einfach: Wirf die Kugel an die Sau, am besten noch mit Berührung.
Assomme heißt so viel wie: Schmeiß die Kugel extrem hoch und lass das Ding da aufkommen, wo Du sie hin haben willst. Und dann soll die Kugel auch noch da liegen bleiben.
Einige nennen das auch „Wünsch-Dir-Was“ oder „Is denn heut scho Weihnachten“!

Nun, zumindest an diesem Tag und in diesem Halbfinalspiel hatte die Assomme- gegen die Biberon-Taktik gewonnen. Michael stand jetzt im Finale.

Wie sah es im anderen Halbfinale bei Holger und Gunter aus? Beide ohne die eben genannten Taktiken, standen sich gegenüber… und die halbe Boule-Ultra-Gruppe zuckte. Warum? Nein, nicht weil die Blicke der beiden wie Cowboys beim Duell aussahen, sondern eher deshalb, weil der mitgebrachte Ultra-Schmuck zum Teil versagte. Die aus Papier gerollten und mit Griff versehen Teile zum auswerfen, wickelten sich auf den letzten Zentimetern ab. Aber wir kennen die Ultras inzwischen sehr gut. Das warf sie noch lange nicht aus der Bahn. Die Stimmung blieb gut. Zurück zu den Cowboys: Holger und Gunter begannen ausgeglichen und schenkten sich nichts. Doch Holger merkte schnell, dass Gunter einen sehr guten Tag erwischt hatte. Egal was Holger machte, Gunter legte in seiner ausgeglichenen Art jede Kugel wieder ein Stückchen näher an die Sau. Und so war es dann geschehen. Gunter siegte und stand jetzt im Finale gegen Michael.

Vorher wurde noch der 3te Platz zwischen Gabi und Holger ausgespielt. Etwas unspektakulär, aber dennoch sehr knapp, holte sich Gabi mit einem 13:12 den Bronzepokal. Im gesamten Spiel wirkte Holger auch nicht mehr frisch, so dass er sich in diesem Jahr am Ende nur ein Händeschütteln abholen konnte.

Das Finale, inzwischen im Schatten der Bäume bei milden Temperaturen auf dem CenterCourt der Boule-Arena, konnte beginnen. Michael, noch etwas angetan von seinen Assommes und mit merkbarer Anspannung im Körper wollte sich jetzt gegen die Widerstandskraft von Gunter behaupten. Bisher konnten sich beide noch nie auf dem Meisterschaftsschild verewigen. Den Willen dazu konnte man beiden ansehen, auch wenn Gunter, trotz seines Zeitdrucks, cooler wirkte. Das zu dieser fortgeschrittenen Zeit ausharrende Boule-Publikum in der VIP-Lounge, zeigte sich wohlwollend und fair gegenüber beiden. Der bessere sollte gewinnen. Die Spannung vor den Abwürfen war riesig, denn jeder Ton wurde sofort wahrgenommen. Selbst die Boule-Ultras verhielten sich außergewöhnlich ruhig. Diese konzentrierte Stimmung nutze Gunter bei fast jedem seiner Würfe. Michael schien es nicht zu helfen, denn der 2te Teil der Erklärung zum Assomme, „die Kugel soll da liegen bleiben, wo sie aufkommt“ wurde von ihm nicht konsequent umgesetzt. Mal lag es an einem Steinchen, ein anders Mal an einem Löchlein. Gunter hingegen murmelte seine Kugeln über den holprigen Boden über Steinchen und Löchlein zur Sau und gewann am Ende zwangsläufig und hochverdient.

An diesem Tag konnte Gunter nicht besiegt werden. Herzlichen Glückwunsch!

2012 08 18 Vereinsmeisterschaft Tête-à-Tête

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